Master-Entwurf (IRGE + IGMA) WS2013/14
Master konzeptionelles Entwerfen
Vernissage: Montag, 14.04.2014 ab 19.00
3. Stock des K1
Musik von
Jockey
küss mich — Eine Werbekampagne
Julia Zumkeller
Sigfried Giedion war Kunsthistoriker, Autor und Generalsekretär der CIAM. Er hat nicht gebaut.
Dennoch unterstützte er sämtliche Projekte seiner Zeitgenossen. Er engagierte sich als Bauherr, verfasste Artikel und hielt als Prfessor Vorlesungen. Als Wegbereiter der Moderne gilt er. Obwohl er nicht gebaut hat. Oder gerade deshalb?
Der Verdacht: Sigfried Giedion agiert als Marketingexperte. Er ist Werbefachmann, der die klassische Moderne vermarktet.
Angeknüpft an diesen Verdacht entstand ein Projekt, das anhand eines “Lieblingsobjektes” die Architektur vermarktet und damit auch die These des “Anfangs der Architektur in der Werbung und im Marketing” beleuchtet, herausfordert und kritisch betrachtet.
Die Kampagne bewirbt das Kollegiengebäude 1 und nähert sich aus verschiedenen Abständen und Blickrichtungen dem Gebäude, seiner Architektur und Funktion als Fakultätsgebäude. Eine Serie aus 3×3 Werbeplakten, die mit der zum Teil ironischen Verbindung zwischen Bild und Text arbeiten, werden ergänzt durch je einen TV-Spot und verschiedene, auf das jeweilige Set an Plakaten abgestimmte Merchandise-Artikel.






Flyer Carpet
Reyhan Toraman
Der Anfang der Architektur ist nicht mit der Sesshaftigkeit, sondern mit der nomadischen Lebensweise zu verbinden. In unserer, von der heutigen Technologie und dem Virtuellen geprägten Lebensweise, bedeutet ‘Wohnen’ das “Hier-und-anderswo-Sein können”. Auf dieser These basiert der Entwurf “Flyer Carpet”. Die Grundlage des Entwurfs sind die kritische Betrachtung des Mythos von Sloterdijk über den Anfang der Architektur und die Auseinandersetzung mit Sempers Textiltheorie.
Orientteppiche symbolisieren den Paradiesgarten, somit den mythologischen Anfang. So wurde hier ein Orientteppich im übertragenen Sinne dargestellt und durch die Verpixelung des Musters ein gegenwärtiger Bezug geschaffen. Der “Flyer Carpet” entsteht aus mehreren tausend Flyern, die auf der Rückseite mit Paradiesvorstellungen diverser Autoren bedruckt sind. So haben Ausstellungsbesucher ein Stück Paradies zum Mitnehmen und der “Flyer Carpet” fliegt symbolhaft weg.





